Wolle färben mit Lieblingsfarben, ein Erfahrungsbericht

Färben mit den Lieblingsfarben von myboshi – Ein Erfahrungsbericht

Heute stelle ich dir meinen ganz persönlichen Arbeitsablauf vor, wie ich Wolle gefärbt habe. Und zwar mit den Lieblingsfarben von myboshi, die es erst seit April diesen Jahres gibt. Und das ist die Homepage von myboshi. Unter dem Reiter „Färben“ findest du alles wissenswerte. Und da ich das schon ausprobiert habe, gibt es für dich eine Beschreibung direkt vom Färbevorgang.

Farbe, Zubehör, Beschreibung

Als erstes zeige ich mal, was in der Packung war. Links im Bild die Farbe selber, hier Krappwurz, die eine schöne Rottönung ergibt.
Daneben das Alaunsalz, das die Struktur der Wolle bereit macht, um Farbe aufzunehmen.
Das Faltblatt enthält eine detaillierte Beschreibung des ganzen Vorgangs, wobei auch der Zeitumfang beschrieben wird. Dazu noch einige wertvolle Tipps.
Rechts im Bild ist die Dose, da ist alles drin, was ich dir auf dem Bild ausgebreitet habe.

Das Garn

Jetzt ist es wichtig zu wissen, welche Wolle ich nehme. Die Sockenwolle wird als Strang mitgeliefert. Myboshi 50/50 ist bereits zum Knäuel gewickelt. Im Anfänger- Paket kannst du selber bestimmen, welche Wolle du verwenden möchtest.
Hier findest du das Lieblingsfarben Kreativset.
Sockenwolle ist das Allrounder- Garn, nicht nur für Socken, sondern für ganz viele andere Teile, die du mit dünner Nadel verarbeiten willst, also Tücher, Loops, Schals und auch Stirnbänder.
Die Qualität 50/50 ist derzeit meine Lieblingswolle, bei der ich mir meliert nur schlecht vorstellen konnte .

Die 50/50 habe ich abgewickelt und zu einem Strang geformt, den ich an mindestens 2 Stellen abgebunden habe. Bei meinem ersten Versuch habe ich das ganze Knäuel, ohne Banderole in mein Färbebad geworfen. Das ergab aber im Topf eine undurchdringliche Spaghetti- Struktur, die ich nur mit großer Mühe bändigen konnte. Da ist mir abwickeln zum Strang, auch wenn es etwas Zeit kostet, doch lieber.

Töpfe, Wasser, Beize und Färberflotte

Dann geht es in die Küche. Für eine Farbe und einen Färbegang brauchst du am Anfang nur 2 Töpfe. Ich habe sie zur Sicherheit beklebt mit den Etiketten, die auf der Packung waren.

Das Färbemittel braucht ca 1 Stunde im Topf bei einer Temperatur von 50 bis 70 Grad, also sehr heiß, aber nicht kochend. Und genau so lange muß die Wolle im Alaunsalz liegen. Bei genau den gleichen Temperaturen.
Nach dieser Stunde wird es richtig spannend. Die Wolle kommt aus der Beize, so heißt das Bad im Alaunsalz, sie wird dann gründlich ausgespült und wird in die Farbe gelegt.
Die Farbe wirkt zuerst ein wenig wie orange.
Das hat sich mit längerer Verweildauer in der Färbeflotte, so heißt das offiziell, deutlich verändert. Die Farbe ist satter und tiefer geworden. Ca 1 Stunde habe ich dabeigestanden und gerührt. Man kann sogar den Herd abschalten und die Wolle über Nacht in der Farbe lassen.

Wenn alles fertig ist, wird die Farbe aus der Wolle ausgedrückt und mehrmals gespült. Anschließend vorsichtig trocknen lassen, also nicht auswringen. So hat die Wolle beim ausspülen ausgesehen. Wenn du sie heraus nimmst, ist es sehr wichtig, einen mehrfach abgebundenen Strang zu haben, den du leicht trocknen und später auch leicht wickeln

Und das ist das Ergebnis

Die Sockenwolle ist fast einheitlich in dieser schönen Farbe rostrot. An einigen Stellen ist sie etwas heller, aber das wollte ich so. Solche Varianten erreichst du, indem du Teile des Stranges zuerst eintauchst und andere Bereiche erst später. Die 50/50 färbt sich meliert, weil dieses Garn eine Mischung ist aus Baumwolle und Wolle. Jede Faser nimmt Farbe anders auf. In diesem Fall wurde es Rostrot mit hellem Rosa. Einfach toll.

Fazit:

Probiere es selber aus. Lies die Beschreibung, da ist alles enthalten, was du wissen musst. Wenn du wenig Erfahrung hast mit Wolle färben, halte dich an den Zeitplan, der im Faltblatt steht. Reserviere dir Töpfe, die groß genug sind. Stell sicher, dass du ungestört arbeiten kannst und auch genug Zeit hast.

Tipps zum Umgang mit der Farbe

  1. Die Farben von myboshi gibt es je nach Pflanzenart in getrockneter Form, da lässt sich die Farbe leicht durchsieben und die Pflanzenteile bleiben zurück. Einige Farben werden als Pulver geliefert, was sich nur schwer absieben läßt.
    Man könnte es durch einen Kaffee Filter laufen lassen, aber das dauert einige Zeit. Oder alles in eine hohe Glaskaraffe füllen, da setzt sich das Pulver ziemlich schnell unten ab. Die Flüssigkeit oben kann zum Färben verwendet werden, das restliche Wasser mit dem Pulver kannst du aufheben.
    Füll es in ein leeres Marmeladen- Glas und stell es in den Kühlschrank
  2. Auch Naturfarben färben, nicht nur die Wolle, sondern ohne dass du er merkst, auch deine Finger oder Fußboden und Arbeitsflächen deines Raums, in dem du färbst. Wenn das nicht sein soll, schütze deine Hände und die empfindlichen Oberflächen.
  3. In der Anleitung steht, dass du eine Farbflotte aufheben und wiederverwenden kannst. Doch das Ergebnis dieses 2. Auszugs wird nie so kräftig wie die 1. Farbflotte. Also hervorragend geeignet, um eher pastellige Farben zu erreichen.
  4. Kochlöffel oder Zangen aus Holz verfärben sich dauerhaft. Wenn du das nicht möchtest, benutze Besteck aus Metall oder Plastik. Die Töpfe, in denen du färbst, sollten älter sein und möglichst nicht mehr zum Kochen verwendet werden. Manche Töpfe werden trotz Spülmaschinen- Technik auch nicht mehr richtig sauber.

Die Farben, die du von myboshi bekommst, sind zwar Naturfarben, aber im ersten Färbegang recht kräftig. Du kannst dein Garn einheitlich durchfärben, also
mit Krappwurz  > rot,
mit Blauholz > violett,
mit Kurkuma >leuchtend gelb,
mit Berberitze > hellgelb,
mit Birke > oliv
und mit Granatapfel > dunkelgrau.

Aber es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten. Du kannst deine fertigen Farbflotten, je nach Platz, in 3 bis 6 verschiedenen Töpfen gleichzeitig halten. Dann tunkst du nur Teile deines Stranges ein und erreichst eine Vielfach- Färbung mit verschiedenen Farb- Bereichen. Das kannst du selber für dich ausprobieren. Denk daran, die Wolle ist heiß, benutze vielleicht eine Art Würstchenzange, um deine Wolle von Topf zu Topf einzutauchen.

Eine weitere gute Möglichkeit ist es auch, die Farbflotte in ein sehr flaches Gefäß zu legen, wie z.B. in einen breiten und flachen Topf oder eine Auflaufform. Der Wollstrang wird zunächst nur halb gefärbt, dann kannst du von einer anderen Farbe mit einem Esslöffel tropfenweise etwas auf die noch weniger gefärbten Partien dazu geben.
Es entstehen also mehr oder weniger große Flecken.
Ich habe das mit gelb gemacht, dazu violett drauf geträufelt, danach den Strang gewendet und auch die Rückseite mit der gelben Farbflotte gefärbt. Als ich dann auf den schon länger in gelb getauchten Strang- Teil auch violett gegeben habe, gab es ebenfalls Flecken, die aber ganz anders wirkten.

Du siehst selber, es ist gar nicht so leicht zu beschreiben, wie man was machen muss, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. An der Stelle beginnt deine persönliche Kreativität. Du kannst mit den Farben spielen und herumprobieren. Du kannst Bereiche mehr oder auch weniger durchfärben. Du kannst Flecken einfügen oder ganze Bereiche komplett anders färben.
Wichtig ist immer, dass dein Garn lange genug im Alaun- Salz gelegen hat und dass in jeder Farbflotte Essig drin ist und die Flotten heiß genug sind. Selbst in der Auflaufform kannst du die Flotte heiß halten, indem du sie über 2 Platten deines Herdes stellst.

Ja, und jetzt wünsche ich dir, dass du auch Spass am Färben bekommst mit den Naturfarben von myboshi.
So bleibst du immer im Flow.

Wir von myboshi sagen Danke! Liebe Andrea, für deinen Erfahrungsbericht! Folgt Andrea doch auch auf Ihrem Blog, dort gibt es alles Rund um Ihre Leidenschaft, Wolle, Häkeln und mehr 🙂

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Der Autor: olga

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  • Vielen Dank, liebe Olga, dass du meinen Text hier abgedruckt hast.